wohnzimmer_in-shabby-chic-styleUngebrochen scheint die Lust auf Shabby-Chic zu sein. Neu in 2016 ist die Kombination mit anderen Möbel-Looks. Für uns unbedingt ein Grund, diesen Trend etwas ausführlicher unter die Lupe zu nehmen.

Woher kommt Shabby-Chic?

Nimmt man es genau, so liegt die Geburtsstunde des Shabby-Chics (eigentlich „schäbiger Schick“) Anfang der 1990er Jahre in Santa Monica in Kalifornien. Dort eröffnete die aus England eingewanderte Rachel Ashwell 1989 ihren ersten Laden, in dem sie nur Möbel und Einrichtungsgegenstände von Flohmärkten zum Verkauf anbot.

Und weil wenig Zeit zwischen Ankauf und Verkauf für eine hochwertige Aufbereitung der erstandenen Möbel blieb, machte sie aus der Not eine Tugend und behandelte die Möbelstücke nur rudimentär. Die gröbsten Schnitzer verspachtelt, kurz angeschliffen, eventuell noch etwas Lack und fertig war der Vintage-Look (Vintage ist engl. für klassisch). Noch einen passenden Name gefunden, um die Ware anzupreisen: Der Shabby-Chic war geboren.

Neu ist Shabby-Chic nicht

Ganz neu war das aber eigentlich nicht, denn schon seit den 1920er Jahren gab und gibt es immer wieder Trends, Altes und Neues miteinander zu mischen. Manchmal, weil man ein Möbelstück lieb gewonnen hat, manchmal, weil das Geld für etwas Neues nicht reichte, manchmal auch nur schlicht aus der Freunde an der Kreativität.

Rachel Ashwell prägte den Shabby-Chic vor allem mit ihren Bestandteilen aus alten viktorianischen Möbelstücken und konnte damit ihre englische Herkunft nicht verleugnen. Denn schon zehn Jahre vorher galt dieser (damals noch namenlose) Shabby-Chic noch als ironische Antwort auf das Kaufverhalten der englischen Mittelschicht, sich teure viktorianische Möbel zu kaufen, um sich damit als etwas Besseres darzustellen.

Der Shabby-Chic hat sich emanzipiert

Heute gibt es diese strenge Einteilung gar nicht mehr. Man bezeichnet im Allgemeinen als Shabby-Chic nur noch das Verwenden von alt aussehenden Möbelstücken in Verbindung mit anderen Stilen. Einige Merkmale treten stärker hervor, z. B. das Verwenden von Pastellfarben. Das Schöne aber am Shabby-Chic ist, dass alles erlaubt ist und nichts falsch sein kann. Das erklärt vielleicht auch die immer noch anhaltende große Begeisterung für diesen Look. Den Gestaltungsmöglichkeiten sind keine Grenzen gesetzt und man braucht sich für nichts zu rechtfertigen.

Was braucht man für den Shabby-Chic-Look?

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Das ist das Tolle am Shabby-Chic: wenig Geld, wenig Geschick aber viel Begeisterung für Veränderung. Lassen Sie Ihrer Phantasie freien Lauf. Sie können einen alten Schrank als Geschirraufbewahrung in das Esszimmer stellen oder einen alten Stuhl als Garderobe im Schlafzimmer aufstellen und schon haben Sie den ersten Schritt in die Welt des Shabby-Chic-Stils getan. Wenn Sie sich mehr zutrauen, bitte schön! Schauen Sie doch, ob Omas alte Vitrine sich nicht wunderbar als Comicschrank eignet oder sich die neue Anlage nicht wunderbar darin ausstellen lässt. Bummeln Sie über einen Flohmarkt und erstehen Sie günstig ein Beistelltischchen, das alle links liegen lassen. Streichen Sie es danach zu Hause mit etwas Kreidefarbe neu an und schleifen Sie es nach dem Trocknen etwas an – schon haben Sie ein wunderbares Shabby-Chic-Accessoire, mit dem Sie Ihre Wohnung oder Ihr Haus einrichten können.

Auch der Garten eignet sich wunderbar für Shabby-Chic-Look. Zerbrochene Blumentöpfe brauchen nicht mehr weggeworfen zu werden, versuchen Sie doch mal wie es aussieht, wenn Sie diese zwischen den Beeten oder den Blumen neu arrangieren. Oder stellen Sie die alte Bahnwärterleuchte, die im Keller zustaubt, einfach wieder nach draußen. Ob in der Ecke des Gartens oder auf dem Balkon, beides wird sich wunderbar zu einem Gesamtbild fügen.

Welche Farben sollte man für den Shabby-Chic-Stil verwenden?

In den letzten Jahren dominierten vor allem die Pastellfarben den Shabby-Stil: sanfte Türkis- oder Violett-Töne, Rosé, Himmelblau. Oft werden diese Farben mit zarten Grautönen, Weiß oder Beige kombiniert, aber der Trend geht hin zu kräftigen leuchtenden Farben. Die dominierende Farbe für 2016 wird ein sattes Honiggelb sein. Trauen Sie sich also ruhig zu, den zarten Farben einige kräftige Farbpunkte beizumischen. Ein mit Karminrot gestrichenes und dann kurz übergeschliffenes altes Sideboard vor einer gelben Wand in Kombination mit einigen neuen Möbelstücken wird sich als wahrer Augenschmaus herausstellen. Auch ein honiggelb-behandelter Couchtisch vor einer blass-grauen Wand wird Sie angenehm überraschen. Probieren Sie sich aus, es gibt nichts, was nicht gut aussehen würde.

Geheimtipp Kupfer

Als kleinen Tipp können wir Ihnen noch die Farbe Kupfer mit auf den Weg geben. Sie haben alte Kupfertöpfe? Perfekt! Wenn Sie gar nicht mehr darin kochen, hängen Sie die auf, Sie erschaffen damit ein schönes Dekoelement. Im Handel gibt es auch Kupferspray zu kaufen. Setzen Sie einzelne Farbakzente, indem Sie einer alten Vase oder auch nur einem alten Zweig zu neuem Glanz verhelfen. Vor einem blassen Himmelblau wird es Ihre Augen entzücken.

Welche Materialien eignen sich für den Shabby-Stil?

Grundsätzlich alles, was irgendwie alt aussieht, eignet sich hier für die Einrichtung. Das alte geflickte Ledersofa wird plötzlich wieder zum Hingucker und der 50er Jahre Zeitungsständer von Opa kommt auf der Gästetoilette wieder wunderbar als Lektürenaufbewahrer zur Entfaltung.

Holz eignet sich hervorragend zur Bearbeitung – ob als gesammelte Treibholzstücken aus denen man Bilderrahmen bauen kann oder alte Palettenbretter aus denen man kleine Gewürzständer zimmert. Alles passt, nur frisch aus dem Baumarkt gekauftes sollte man meiden (oder zumindest mit einer Patina versehen, um den Vintage-Look zu erhalten).

Kissen mit Baumwollbezügen oder Selbstgestrickes passen wunderbar als Deko.

Überhaupt eignet sich der Shabby-Stil hervorragen, um endlich all die kleinen selbstgemachten Dinge zur Geltung bringen zu können.

Selbstbewusst aufstellen, was all vormals mit der Einrichtung nicht richtig passen wollte. Osterdeko oder Armreifen als Deko-Accessoires – das spielt beim Shabby-Chic keine Rolle mehr und Ihre Gäste werden sich wundern, wie einfallsreich Sie die Wohnung arrangiert haben.

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Was für Werkzeuge brauche ich für den Shabby-Chic-Stil?

Sehr wenige. Je nach Zustand des Möbelstücks werden Sie nur Schleifpapier und ein feuchtes Tuch benötigen. Nehmen Sie feines Schleifpapier mit einer Körnung von 240 – 300 und schleifen Sie an den Außenkanten des Möbelstücks entlang. Schleifen Sie so viel ab, wie Sie mögen – es gibt dabei keinen Richtwert, außer Ihrem eigenen. Wischen Sie feucht hinterher, um den Holzstaub zu entfernen und schon haben Sie erstes eigenes Shabby-Chic-Möbelstück erschaffen. Wenn Sie es sich trauen, können Sie auch vorher das Objekt der Begierde in Ihrer Lieblingsfarbe anstreichen und dann anschleifen. Am besten eignet sich Kreidefarbe dafür, da sie schnell trocknet und sich gut abschleifen lässt.

Ihrer Experimentierfreude sind keine Grenzen gesetzt und zerkratzen können Sie ja nichts, also probieren Sie sich aus.

Unser Fazit zum Shabby-Chic

Shabby-Chic passt immer. Ob Holz oder Baumwolle, ob Wohnung oder Haus, ob drinnen oder draußen im Garten, mit wenigen Handgriffen lässt sich ein persönlicher Stil erzeugen. Es braucht nur einige kleine Accessoires und ein paar Gebrauchsspuren an den Möbeln und schon lässt man sein Refugium im Shabby-Chic erstrahlen.

Die Farben sind leicht zu bekommen und wirken doch sehr individuell.

Man braucht nicht mehr handwerkliche Begabung als einen Pinsel zu schwingen und ein, zwei Möbel verschieben zu können.

Entspannter kann man seinen Bummel über den Flohmarkt gar nicht mehr gestalten, wenn man weiß, dass das „hässliche Entlein“ Möbel in seinem neuen Zuhause als Schwan erscheinen wird.

Wir von porta! möchten Ihnen es so einfach wie möglich machen und wenn Sie Lust auf den Shabby-Chic-Trend bekommen haben, schauen Sie sich doch in Ruhe bei uns um, wir haben einige ausgesuchte Möbel für Sie im Shabby-Chic-Style.

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