Warum ein alter Bekannter ganz neue Perspektiven eröffnet.

Das Wort Samt kommt aus dem Griechischen und stammt eigentlich vom Wort „Hexamitos“, was schlicht sechsfädig bedeutet. Es ist ein Seidengewebe mit darüberliegendem, eingearbeitetem Fadenflor. In früheren Jahrhunderten war der Stoff unter dem schönen Begriff „Sammet“ oder „Samit“ den Königen und Adligen vorbehalten. Früher nur den Schönen und den Reichen vorbehalten, erobert Samt heute auch die Wohnzimmer von uns Normalbürgern. Und das ist gut so. Nicht umsonst beschreibt das Adjektiv „samtig“ eine leise, weiche, schmeichelnde und irgendwie geheimnisvolle Berührung.

Samt war der Stoff der Renaissance.

Aus Italien kommend eroberte der Samt, der schon im Spätmittelalter an den Fürstenhöfen in Venedig, Genua oder Florenz seinen Siegeszug begann, sämtliche europäische Hofhaltungen. Man sah ihn auf Kissen, an Wänden und natürlich überall in der höfischen Mode. Es entwickelte sich in Holland, am Niederrhein und in England eine regelrechte Samt-Industrie.

Edel aber urgemütlich.

Nach Jahren, in denen Samt zu unrecht als altmodisch und verstaubt galt, ist der Stoff, aus dem Wohnträume sind, jetzt wieder zurück in unseren Wohnzimmern. Einer der heißesten Trends des Jahres 2015. Ob als Kontrapunkt zum modernen Wohndesign oder als Accessoire einer Vintage Einrichtung – Samt macht sich insgesamt richtig gut. Und heute wie damals in der Renaissance finden wir Samtstoffe als Wandbespannung, auf Kissen, als Sofabezug oder Kuscheldecke überall wieder. Das Schöne: Samt ist wieder im Trend. Der hochwertige Traditionsstoff wird heute mit jungem Design kombiniert. Das ergibt für die Einrichtung neue Möbglichkeiten. Wenn die Finger über diesen Stoff gleiten, dann ist das ein sinnliches Erlebnis, das man sich einfach gönnen sollte.

Kleine Samtkunde für Anfänger.

Samt gibt es in ganz unterschiedlichen Ausprägungen. Es gibt Baumwoll-Samt, Seiden-Samt und synthetischen Samt, wobei der Baumwoll-Samt heute den Löwenanteil des Marktes ausmacht. Das flauschige, unglaublich sinnliche Gefühl beschert einem der Samt durch seine zwei bis drei Millimeter langen Garnenden, die in die Luft stehen. Dieser Flor macht den Samt zum König unter den Stoffen. Damit Sie es mal gehört haben: Man unterscheidet unter anderem Utrecht-Samt, Genua-Samt, Ketten-Samt oder Manchester-Samt, vulgo Cord genannt.

Alter Stoff trifft junges Design.

Samt ist definitiv einer der wichtigen Interior-Trends des Jahres 2015. Und besonders zum kommenden Winter – und der nächste Winter kommt bestimmt – wird Samt zum Lieblingsstoff all derer, die sich gemütlich in die eigenen vier Wände zurück ziehen, während draußen der kalte Wind der Realität um die Ecken fegt. „Cocooning“ ist auch dieses Jahr wieder angesagt. Aber im Zusammenhang mit jungen Möbeln in geschwungenen, weichen Formen und mit soften Edelstein- und Pudertönen oder als Statement in geheimnisvollem Schwarz. Black Velvet eben. Im Zusammenhang mit einer reduzierten Formensprache verliert Samt seinen Pathos und wirkt zeitgemäß interpretiert. Was nicht heißt, dass man nicht den ganz großen Auftritt damit in den eigenen vier Wänden hinlegen kann.

Ein gelungenes Beispiel für die Synthese von Samt und Design: die neue Kollektion von Rolf Benz.

Rolf Benz Cara

Rolf Benz Cara

Rolf Benz 323

Rolf Benz 323

Rolf Benz Scala

Rolf Benz Scala

Natürlich ist der Trend zum Samt auch nicht an den großen Markenherstellern vorbeigegangen. Und im Polstermöbel-Bereich ist Rolf Benz wieder einmal einer der Vorreiter der Branche. Hier werden die Farben der Natur in den verschiedenen Samtbezügen eingefangen. Das Grün der Moose, das silbrige Glänzen der Weidenkätzchen oder die Pastellfarben wogender Gräser. Das Ganze kombiniert mit der klassisch reduzierten Formensprache, für die Rolf Benz so typisch ist, ergibt eine unglaublich attraktive Kollektion, mit deren Stücken man in den eigenen vier Wänden richtig Furore machen kann.

Entdecken Sie den Samt für sich.

Er gibt Ihrer Wohnung ganz neue Akzente und eine wundervolle Sinnlichkeit. Die Bewunderung Ihrer Nachbarn dürfte Ihnen damit sicher sein.

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