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Mietwohnung – Worauf muss ich achten?

Worauf Sie bei der Suche nach einer neuen Mietwohnung unbedingt achten sollten

Egal, ob es die erste eigene Mietwohnung oder schon der x-te Umzug ist – eine passende Mietwohnung zu finden, kann einen schnell vor ungeahnte Herausforderungen stellen. Damit Ihre nächste Mietwohnungs-Suche nicht einer Himalaya-Expedition gleicht, bei der man ohne Sauerstoffgerät und Akklimatisation versucht, den Gipfel zu stürmen, hier ein paar nützliche Tipps von uns.

 

  1. Nehmen Sie sich Zeit und planen Sie einen Umzug weise

Auch wenn es albern klingt, aber eine rechtzeitige Planung wird sich für Sie definitiv lohnen. Denn je knapper das Zeitfenster zwischen Auszug (aus der alten Mietwohnung) und Bezug der neuen Mietwohnung ist, umso höher steigt das Stresslevel. Eine möglichst große Vorlaufzeit kann diesen deutlich senken.

Am besten starten Sie mit einer Kalkulation, was Sie sich als Warmmiete leisten können und wie viel Sie maximal bereit sind, monatlich auch wirklich für eine Mietwohnung auszugeben. Beachten Sie hierbei, dass die Betriebskosten inzwischen bis zu 50% der Netto-Kaltmiete ausmachen können. Nicht umsonst spricht man in Deutschland schon von den Betriebskosten als „zweite Miete“. Auch weitere Kosten für Strom, Telefon, Kabelfernsehen oder Internet sollten mit einberechnet werden.

Kalkulieren Sie in Ihrer Planung mit ein, dass nicht nur die Miete steigen kann (und sicher wird), sondern auch eben diese Betriebskosten. Ein vorgesehener finanzieller Puffer hilft dabei, dass auch nach längerer Zeit noch Luft nach oben bleibt.

Überlegen Sie sich vor allem sehr genau, wo Sie gerne wohnen möchten, denn ein passendes Wohnumfeld ist mindestens genauso wichtig wie die eigenen vier Wände selber. Für wen der Geruch nach Stein und Benzin so wichtig zum Leben ist, wie Sonnenschein für die Photosynthese, der sollte nicht versuchen, diesen gegen Heu- und Kuhgeruch zu tauschen. Vielleicht lohnt es sich sogar, in der Vorplanung auch eine längere Pendelstrecke mit einzurechnen, wenn Sie nicht im Zentrum von Großstädten wie Berlin, Hamburg, Köln, München, Bremen oder Dortmund mieten wollen. Auch die möglichen Kosten für ein monatliches Nahverkehrsticket sollten mit bedacht werden, denn diese können sich auf 600-700 Euro jährlich belaufen.

 

  1. Schauen Sie vorab bei Ihrer vielleicht zukünftigen Wohnung vorbei

wohnungssuche-internet-maps_sHaben Sie sich einige Angebote herausgesucht, schauen Sie sich diese doch zunächst online auf Google Maps und Google Earth etwas genauer an. So können Sie bequem von zu Hause aus die Gegend checken.

Leicht finden Sie im Internet auch heraus, wo sich die nächste Haltestelle, der nächste Supermarkt, ein Spielplatz oder eine Cocktail-Bar befindet und wie weit die Wege dorthin jeweils sind. Und wie sieht das Objekte Ihrer Begierde in der Street View-Funktion aus? Oft kann man daraus bereits erste Rückschlüsse auf die allgemeine Wohnungslage ziehen. Sieht die Fassade oder die Straße gepflegt aus, liegt das Haus an einer verkehrsreichen Straße usw.

Am allerbesten ist es natürlich, Sie fahren einfach vor dem offiziellen Besichtigungstermin an Ihrer potentiellen Mietwohnung vorbei und lassen die Gegend auf sich wirken. (Denn die Fotos können schon ein bisschen älter sein.) Hören Sie dabei unbedingt auf Ihr Bauchgefühl – bekommen Sie schon jetzt bei einigen Dingen Bauchgrimmen, wird es später höchstwahrscheinlich nicht besser. Schaffen Sie es nicht, Wohnungslage und Umfeld vor einer Terminvereinbarung zu erkunden, legen Sie den Termin für die Wohnungsbesichtigung möglichst so, dass Sie dann direkt davor oder danach noch Zeit haben, ein bisschen durch die Gegend zu bummeln und weitere Eindrücke in Ruhe aufnehmen zu können. Wichtig ist, es überhaupt zu tun!

 

Unsere kleine Merkliste für Lage und Gegend:

Wie nah sind die Haltestellen?

Wie weit ist es zur nächsten Autobahnausfahrt?

Gibt es Ärzte oder Krankenhäuser in der Nähe?

Sind Parkplätze vorhanden?

Gibt es Kioske oder Tankstellen in der Nähe?

Gibt es Spielplätze oder Sportplätze?

Gibt es Schulen in der näheren Umgebung?

 

Und für die Nachbarschaft:

Welche Klientel wohnt im Einzugsgebiet?

Welche Mieter wohnen im Haus?

Wie wirkt die Nachbarschaft auf Sie?

 

  1. Die Wohnungsbesichtigung

Achten Sie darauf, wenn Sie den Besichtigungstermin für Ihre zukünftige Wohnung vereinbaren, möglichst einen Einzeltermin zu bekommen und nicht zu einer Massenbesichtigung mit 200 Leuten am Sonntag um 21 Uhr eingeladen zu werden. Alleine kann man die Wohnung viel besser auf sich wirken lassen und eventuell zu beanstandende Punkte fallen einem leichter ins Auge. Auch ist es dann einfacher, ein paar persönliche Worte mit dem Vermieter zu wechseln und gezielt Fragen zu stellen. Dabei kann man auch gleich feststellen, ob man sich sympathisch ist. Nicht immer resultiert daraus natürlich auch ein gutes Mietverhältnis, aber zumindest ist für einen vielversprechenden Start gesorgt.

Am optimalsten ist natürlich die Besichtigung einer neuen Wohnung bei Sonnenlicht und unter der Woche. Nur dann werden Sie auch erleben können, ob die Mietwohnung Ihren Alltagsansprüchen entspricht, was beispielsweise die so wichtigen Aspekte Licht und Lärm angeht.

Wie wirkt der Allgemeinzustand des Mietshauses auf Sie?

Wie sieht das Treppenhaus aus?

Wie der Hinterhof?

Gibt es möglicherweise unangenehme Gerüche?

Sind Gewerbeeinheiten angeschlossen?

Welche davon grenzen an das Grundstück und können eventuell Lärm- oder Geruchsbelästigungen auslösen?

Gibt es erkennbare Bauvorhaben in der näheren Umgebung?

 

Sind Sie dann in der Wohnung, schauen Sie sich – und das ist ernst gemeint – den Sicherungskasten an: Sind die Sicherungen auf dem neuesten Stand? Gibt es einen FX-Schalter?

Eines Blickes würdig sind in jedem Zimmer auch die Steckdosen und Lichtschalter: Liegen die Kabel unter dem Putz? Sind die Steckdosen noch aus dem Bakelit-Zeitalter oder wurden Sie bereits durch zeitgemäße Plastikgehäuse ersetzt?

Wie sind die Heizungsrohre verlegt und wie sind die Heizkörper in der Wohnung verteilt worden? In der Regel sollten sich die Heizkörper nämlich unter den Fenstern befinden und groß genug sein, einen Raum auch an kalten Wintertagen ausreichend beheizen zu können.

Auch der Zustand der Scheuerleisten kann möglicherweise Aufschluss über den zukünftigen Vermieter geben: Legt er Wert auf Qualitätsarbeit, ist dies oft ein gutes Zeichen dafür, dass er sich gut um seine Immobilie und seine Mieter kümmert.

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Falls möglich, prüfen Sie schon beim Besichtigungstermin, ob die angegebene Quadratmeterzahl überhaupt stimmt. Oft sind die Wohnungen nämlich ein wenig größer angegeben als Sie es in Wirklichkeit sind. Fallen Ihnen in einem Zimmer bereits nach Augenschein gravierende Differenzen auf, wird das beim Rest der Wohnung wahrscheinlich ähnlich sein (Achtung: bis zu 10% Abweichung sind allerdings zumutbar).

 

Unser Extra-Tipp:

Nehmen Sie jemanden mit zur Besichtigung, der handwerklich versiert ist, oder jemanden, dessen Urteil Sie auch sonst vertrauen. Besichtigen Sie die Mietwohnungen gemeinsam und lassen Sie sich dann von Ihren Freunden/Bekannten deren Eindrücke schildern.

 

  1. Unterlagen

Sollten Sie vorhaben, eine besichtigte Wohnung so schnell wie möglich zu mieten, bringen Sie am besten direkt folgende Unterlagen mit:

– Personalausweis

– Mieterselbstauskunft – eine auf freiwilliger Basis zusammengetragene Datensammlung, die für den Vermieter interessant für die Zustimmung zu einem Mietverhältnis sein könnte (http://www.mietrecht-hilfe.de/media/downloads/Selbstauskunft-Mieter-Vorlage.pdf)

– Mietschuldenfreiheitsbescheinigung (https://www.hu-berlin.de/de/forschung/szf/wiss_nachwuchs/gastwissenschaftlerinnen/mietschuldenfreiheitsbescheinigung.pdf)

– Schufa-Bonitätsauskunft (https://www.meineschufa.de/index.php?site=7)

– Einkommensnachweise der letzten drei Monate

– ggf. Ihren Arbeitsvertrag.

 

Der Vermieter wird sich auf jeden Fall freuen, wenn Sie alle Unterlagen, die für ihn interessant sein könnten, schon parat haben.

Bei der Besichtigung können Sie mit Ihrem Erscheinungsbild punkten. Kommen Sie ruhig etwas „overdressed“ zum Termin und signalisieren Sie damit dem potentiellen Vermieter Ihr ernsthaftes Interesse an dieser Mietwohnung. Wie bei fast allen zwischenmenschlichen Kontakten ist der erste Eindruck entscheidend und ein gepflegtes Äußeres hilft, diesen ersten Eindruck positiv zu gestalten.

 

  1. mietwohnung-mietvertrag-s Der Mietvertrag 

Sind Sie und der Vermieter soweit übereingekommen, dass das Mietverhältnis nur noch schriftlich fixiert werden muss, lassen Sie sich den Mietvertrag aushändigen und gehen Sie ihn Punkt für Punkt noch einmal in Ruhe durch. Oft finden sich nämlich Zusatzklauseln oder Ähnliches in den Mietverträgen, die dort eigentlich nichts zu suchen haben. Gibt es Unsicherheiten, ob mit Ihrem Mietvertrag alles rechtens ist, kann ein Mieterverein Sie in Ihrer Nähe hilfreich beraten.

Die Experten aus diesen Vereinen können mit geschultem Blick schnell und unkompliziert die möglichen Stolperfallen in dem Mietverträgen erkennen und entschärfen.

Hier ein Link zum deutschen Mieterbund (http://www.mieterbund.de/no_cache/startseite.html).

 

  1. Ende gut, alles gut

Ist die Tinte auf dem Mietvertrag endlich getrocknet, kann es mit dem vergnüglichen Teil losgehen – die Wohnung so zu gestalten, wie Sie sich am wohlsten fühlen, mit neuen Farben und tollen neuen Einrichtungsgegenständen. Denn ein Umzug bietet nicht nur die Möglichkeit Altes, Kaputtes und Ergrautes los zu werden, sondern auch, sich mit vielen schönen neuen Dingen zu umgeben. Wir bei porta helfen Ihnen dabei gerne weiter.

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